Erneuerbare Energien werden im physikalischen Sinne nicht erneuert, sondern aus verschiedenen Quellen ständig zugeführt, in natürlichen Prozessen kontinuierlich umgewandelt und letztendlich wieder in den Weltraum abgestrahlt. Ihre Nutzung bedeutet eine Umleitung eines Teils dieser Energieströme, um sie für den Menschen nutzbar zu machen. Der „Verbrauch“ von Energie bedeutet physikalisch eigentlich deren Rückführung in die Umwelt.
Im Gegensatz zur Nutzung laufender Prozesse steht der Abbau von fossilen Energieträgern wie Steinkohle oder Erdöl, die heute sehr viel schneller verbraucht als neu gebildet werden. In einem strengen Sinn wären auch sie erneuerbar, allerdings nicht auf menschlichen Zeitskalen, da deren Bildung meist mehrere 100 Mio. Jahre dauert. Der umgangssprachliche Gebrauch der Begriffe „Erneuerbarkeit“ und „Regenerativität“ weist auf diesen Unterschied hin: Entscheidend ist das Prinzip der Nachhaltigkeit, das heißt dass der Mensch eine Ressource nicht stärker beansprucht, als sie sich regenerieren kann. |
Nicht zu den Erneuerbaren Energien wird ebenfalls die nichtsolare Kernspaltung gezählt, da diese sich ebenfalls aus endlichen, auf der Erde nicht regenerierbaren Ressourcen (Uran oder Thorium) speist, sowie eine hypothetische zukünftige Nutzung von Kernfusionsreaktoren, die in der sich derzeit entwickelnden Form Lithium verbrauchen. Es wird jedoch angenommen, dass bis das Lithium knapp wird bereits andere Formen der Kernfusion technisch möglich sind, wie zum Beispiel die Fusion von Wasserstoff, wie sie in der Sonne abläuft. |